S5: Grammatik in Wörterbüchern: Die Rolle der Konstruktion

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Symposiumsleitung: Dr. Saskia Kersten (Hildesheim), Dr. Monika Reif (Landau)
Datum/Raum: Mittwoch, 19.09., Raum 1.055, Donnerstag, 20.09., und Freitag, 21.09., Raum 00.4

Mittwoch, 19.09. (Raum 1.055)

11:00–13:00 Uhr Monika Reif (Landau) und Saskia Kersten (Hildesheim)
Einführung in das Symposium
  Stefanie Meier (Basel)
Nutzungsfreundliche Darstellungsmöglichkeiten von Kollokationen in der deutschen Lexikografie
  Tobias Roth (Basel)
Zur Integration von Komposita in deutschsprachige Kollokationenwörterbücher
anschließend Mittagspause
Führungen durch die Antikensammlung
14:00–15:30 Uhr Manfred Sailer (Frankfurt/Main), Frank Richter (Tübingen) und Beata Trawiński (Wien)
Ein Forschungsportal an der Grammatik-Lexikon-Schnittstelle
  Torsten Müller (Bochum)
Darum gehet hin und lehret alle Völker.
Über Produktivität und Formelhaftigkeit von hingehen und V und go and V in deutscher und englischer Sprache
15:30 Uhr Pause
16:00–17:30 Uhr Olga Batiukova und Elena De Miguel (Madrid)
Lexical Structures and Grammar in a Dictionary of Motion Verbs
  Tamás Kispál (Szeged)
Konstruktionen in Lernerwörterbüchern – Ein Vergleich

Donnerstag, 20.09. (Raum 00.4)

13:30–15:00 Uhr Dominik Banhold und Line-Marie Hohenstein (Würzburg)
Traditionen der Darstellung grammatischer Varianz in der anwendungsorientierten deutschen Sprachlexikographie
  Christa Dürscheid und Patrizia Sutter (Zürich)
Helvetismen im Wörterbuch – (k)ein Fall für die Grammatik?

Freitag, 21.09. (Raum 00.4)

09:00–11:15 Uhr Alfred Holl (Nürnberg)
Rückläufige Wörterbücher zur Flexionsmorphologie der Verbs als Schnittstelle zwischen Lexik und Grammatik
  Maria José Bocorny Finatto (Rio Grande do Sul)
Brazilian Portuguese as a Foreign Language: On the Proposal of an Online Dictionary

Beschreibung des Symposiums

Auch wenn Grammatiken und Wörterbücher prinzipiell unterschiedliche (komplementäre) Funktionen zu erfüllen haben, stellt der Titel „Grammatik in Wörterbüchern“ kein Paradoxon dar. Spätestens seit dem Aufkommen kognitiv-grammatischer und konstruktionsgrammatischer Ansätze (z.B. Langackers Cognitive Grammar, Goldbergs Construction Grammar oder Crofts Radical Construction Grammar) ist eine strikte Trennung von Lexik und Grammatik kaum mehr haltbar. Zudem lässt sich beobachten, dass zum Teil durchaus unterschiedliche Arten grammatischen „Wissens“ Einzug in Wörterbücher vs. Grammatiken halten und hier somit eine Arbeitsteilung angestrebt zu sein scheint.

Ziel dieses Symposiums ist es, Schnittstellen zwischen Lexik und Grammatik aufzuzeigen und den Umgang mit diesen in Wörterbüchern zu diskutieren. Insbesondere der Begriff der „Konstruktion“ und dessen Relevanz für die Lexikografie sollen näher beleuchtet werden. Mögliche Themenkomplexe, die in diesem Zusammenhang behandelt werden könnten, sind:

  • die Rolle der Grammatik in (Lerner)Wörterbüchern: In vielen Wörterbüchern finden sich grammatische Informationen und Beispiele für den Gebrauch des gesuchten Wortes in Konstruktionen. Welche grammatischen Informationen lassen sich sinnvoll in Wörterbücher integrieren? In welcher Form sollten diese Informationen (re)präsentiert werden? Wie können ggf. Verlinkungen zwischen Wörterbüchern und Grammatiken gestaltet werden?
  • Kollokationen und Idiome als Schnittstellen von Lexik und Grammatik: Wann wird eine Kollokation oder ein idiomatischer Ausdruck zu einer Konstruktion? Wie werden Konstruktionen erworben und welche Implikationen ergeben sich hieraus für die Lexikografie? Welche Beschreibungsmodelle von Konstruktionen stehen zur Verfügung und wie können diese nutzerfreundlich in Wörterbüchern aufbereitet werden?
  • der Umgang mit grammatischer Varianz in Wörterbüchern: Hier ist gerade der Aspekt der Normativität von besonderem Interesse. In Lernerwörterbüchern finden sich zum Teil, auch Hinweise auf mögliche Fehlerquellen (im Longman Dictionary of Contemporary English heißt dies z.B. „Common Error Notes“). Wie werden diese ermittelt und ausgewählt? Welche Rolle spielen Muttersprachler-Korpora und Lerner-Korpora in diesem Zusammenhang?
  • die Relevanz von speziellen Wörterbüchern, z.B. Funktionswörterbüchern, in der Lexikografie.

In Rahmen dieses Symposiums sind sowohl Diskussionsrunden als auch Vorträge vorgesehen, in denen der Bezug zum Thema des Kongresses hergestellt werden soll. Für die Vorträge sind zur Zeit 45 Minuten geplant (30 Minuten Vortrag plus 10–15 Minuten Diskussion).

 

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